Berlin: Mehr Telefone von weniger Leuten abgehört

Mittwoch, 18. März 2009

In Berlin wurden im vergangenen Jahr zwar mehr Telefonanschlüsse abgehört, die Zahl der betroffenen Personen sei aber deutlich gesunken. Das teilte die Senatsverwaltung für Justiz mit.

2008 wurden in dem Bundesland demnach im Zusammenhang mit 157 Strafverfahren 1.052 Telefonanschlüsse von 511 Personen überwacht. Damit waren im Vergleich zum Vorjahr nur noch etwa halb so viele Personen (- 46 Prozent) betroffen. Die Zahl der erfassten Telefonverbindungen stieg hingegen um 19 Prozent.
"Einsatzschwerpunkte der Telefonüberwachung sind die Bekämpfung von Wirtschafts- und Drogenkriminalität sowie die Verfolgung von Straftaten wie Raub und Erpressung", sagte die Berliner Justizsenatorin Gisela von der Aue.

Der Anstieg der überwachten Telefonverbindungen sei auf das veränderte Kommunikationsverhalten der Betroffenen zurückzuführen. "Durch die zunehmende Verbreitung von so genannten 'Prepaid-Handys' verfügen verdächtige Personen oft über mehrere Mobiltelefone. Zudem erfasst die Statistik aus technischen Gründen nicht nur tatsächlich hergestellte Verbindungen, sondern auch den versuchten Verbindungsaufbau", erklärte von der Aue.